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Was du gegen einschlafende Hände beim Biken tun kannst

Eigentlich erledigen die Beine beim Radfahren die meiste Arbeit, warum also machen die Hände Ärger? Sie haben nichts zu tun, schlafen aber ein, kribbeln, werden taub oder schmerzen nach ein paar Kilometern. Oft sind nicht nur die Hände das Problem, Schmerzen und Taubheit wandern die Arme hinauf und im schlimmsten Fall den Rücken wieder hinunter. Keine Sorge, du musst wegen Kribbeln und sogar Schmerzen dein Bike nicht gleich in der Ecke parken, aber du solltest diese Zeichen deines Körpers auch nicht ignorieren!

Glücklicherweise sind hier häufig keine organischen Ursachen zu finden. Eine ungünstige Haltung der Hände kann bewirken, dass die sensiblen Nerven, Muskeln und Sehnen zu sehr oder einseitig beansprucht werden. Es gibt viele Möglichkeiten, eingeschlafenen Händen auf die Sprünge zu helfen, hier haben wir sie für dich gesammelt.

1. Fahrradhandschuhe

Die einfachste und günstigste Möglichkeit, eingeschlafene Hände beim Radfahren zu therapieren, ist die Anschaffung guter Fahrradhandschuhe. Fast alle Fahrradhandschuhe sind in der Handfläche gepolstert. Es geht aber noch besser: Wähle Handschuhe mit einem Gel-Polster aus, denn Gel erfüllt im Handschuh gleich mehrere Zwecke! Es polstert nicht nur, es sorgt auch dafür, dass sich der Druck nicht punktuell, sondern gleichmäßig verteilt. Die Gelschicht dämpft außerdem Vibrationen, das kann deine Beschwerden deutlich lindern.

Handschuhe Kopie

Handschuhe mit Gel-Polster sind besonders bequem! Bild © Giro

2. Checke dein Cockpit!

Wenn deine Hände beim Radfahren immer wieder einschlafen, solltest du dein Cockpit – also Lenker, Vorbau und Griffe – überprüfen. Hier können schon kleine Veränderungen viel bewirken!

Lenker
Es ist völlig egal, auf welchem Fahrrad deine Hände einschlafen, Rennrad, Gravel Bike, MTB oder Trekkingrad – das Problem kann auf jedem Fahrrad auftreten. Rennrad und Gravel bieten hier immer direkt Abhilfe an, denn du kannst das Dropbar höher, tiefer, mit gerader Hand oder mit geknicktem Handgelenk greifen und damit genug Abwechslung schaffen. Auch Tourenbikes werden oft mit Butterfly-Lenkern ausgestattet, oder zumindest haben sie Lenkerhörnchen, die das Umgreifen erlauben. Einen gebogenen Lenker kannst du lösen und leicht drehen, oft hilft schon diese kleine Veränderung deinen Händen zu einem unverkrampften Fahrvergnügen.

Am MTB wird es schon schwieriger, denn hier werden gerne schnurgerade Flatbars montiert, die zwar optisch etwas hermachen, aber ergonomisch nicht wirklich optimal sind. Auch Weiterdrehen hilft hier nicht viel. Und je breiter der Lenker, desto größer wird der problematische Knick im Handgelenk!

Wenn du den Verdacht hast, dass die Form deines Lenkers Schuld an deinen Beschwerden ist, solltest du einen anderen Lenker testen! Gekröpft statt gerade, mit Rise statt ohne, mit oder ohne Flare …. es gibt jede Menge Auswahl!

Aber nicht nur die Form des Lenkers spielt eine Rolle, auch auf das Material kommt es an! Es gibt starre und leicht flexible Lenker. Probiere einfach aus, was für dich besser passt. Und achte auch darauf, dass Brems- und Schalthebel an der richtigen Position montiert und leichtgängig sind!

Vorbau
Mit einem neuen Vorbau kannst du deine Sitzposition verändern. Ein kürzerer oder längerer Vorbau lässt dich tiefer oder aufrechter sitzen. Ein Vorbau kann außerdem gerade, nach oben oder in Richtung Boden angewinkelt sein. So bringt dich der Lenker in eine tiefere oder höhere Sitzposition und das verändert die Haltung und die Belastung der Arme und der Handgelenke gewaltig.

Es gibt auch verstellbare Vorbauten, die du unterwegs anpassen kannst. Sie sind vor allem für mehrere Tage Fahrradurlaub am Stück praktisch, da sie Abwechslung schaffen können.

Vorbau Kopie
Mit einem verstellbaren Vorbau kannst du die Sitzposition und damit die Belastung der Hände ganz einfach variieren. Bild © Con-Tec

Griffe und Lenkerband
Arme oder Hände machen beim Radfahren Ärger? Dann solltest du auch deine Griffe überdenken. Manche Biker-Hände bevorzugen dickere Griffe, andere eher schmale, und das hat nicht unbedingt mit der Größe der Hände zu tun! Es gibt weichere Griffe mit Gel-Schicht, die Vibrationen dämpfen, oder harte Griffe, die ein sehr direktes Fahrgefühl liefern. Die Faustregel ist hier: Je mehr Auflagefläche deine Griffe bieten, desto besser kann sich der Druck verteilen und punktuelle Belastung vermieden werden.

Ergonomische Griffe mit Flügeln sind sicherlich optisch nicht unbedingt der Knaller. Aber wenn die “Flügel” am Griff deine Handballen so stützen, dass du weniger mit eingeschlafenen Händen oder schmerzenden Armen zu kämpfen hast, sind sie vielleicht trotzdem eine Überlegung wert, oder?

Auch für Rennradlenker gibt es unterschiedliche Lenkerbänder. Neben verschiedenen Oberflächen, die die Haptik stark beeinflussen, kannst du auch hier mehr oder weniger Polster oder sogar eine Komfort-Version mit Gel-Einlage kaufen. Mit zusätzlichen Gel-Polstern wird es noch etwas weicher.

Anti Vibrations Polster Kopie
Vielleicht ist ein zusätzliches Anti-Vibrations-Polster für den Lenker die Lösung für deine eingeschlafenen Hände auf dem Fahrrad? Bild © Cinelli

3. Sitzposition ändern

Eingeschlafene Hände können das Resultat einer falschen Sitzposition auf dem Fahrrad sein. Auch hier gibt es verschiedene Hilfsmaßnahmen.

Teste verschiedene Sattelhöhen, denn die Sattelhöhe entscheidet darüber, wie viel Gewicht auf deinen Armen lastet und wie sehr deine Handgelenke einknicken. Mit einer gebogenen Sattelstütze kannst du deinen Sitzplatz weiter in Richtung Hinterrad verlegen, auch das verändert die Position der Arme. Die Konstruktion des Sattels hat ebenfalls einen Einfluss auf die Sitzhaltung. Aber Achtung, es hilft dir nicht weiter, schmerzende Hände durch einen schmerzenden Allerwertesten zu ersetzen! Beim Sattel hat der Sitzkomfort immer Vorrang.

Diese Extrem-Kur ist natürlich bitter, aber es kann sein, dass dein Fahrrad einfach nicht zu dir passt. Wenn dein Bike schlicht zu viel Reach hat, ist es schwer mit kleinen Kniffen Abhilfe zu schaffen. Aber bevor dich immer wieder einschlafende Hände plagen und du das Radfahren irgendwann ganz sein lässt, ist ein neues Fahrrad oder E-Bike sicherlich eine Überlegung wert.

Gönn’ deinen Händen eine Pause!
Wenn du immer wieder Probleme mit eingeschlafenen Händen hast, solltest du ihnen unterwegs etwas Abwechslung verschaffen.

  • Greife den Lenker immer wieder an einer anderen Stelle
  • Lockere bewusst den Griff
  • Mach eine kleine Pause, genieße die Aussicht, dabei kannst du die Hände ausschütteln
  • Mach etwas Hand-Gymnastik: Fäuste ballen, Finger strecken, repeat
Mit diesen Tipps bist du hoffentlich bald beschwerdefrei unterwegs, alle hier empfohlenen Fahrradteile kannst du in unserem Partnershop BMO bestellen!

Titelbild © Platzangst
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