Graveln im Frühling – Tipps & Tricks für den perfekten Saisonstart
Du hast ein Gravelbike, bist bis in die Zehenspitzen motiviert und willst es endlich standesgemäß im Urlaub ausführen? Dann ist es Zeit für ein paar ehrliche Tipps – damit der Saisonstart zum Genuss wird und nicht zur Quälerei. Und weil Südtirol mit seinen Forststraßen, Weinbergen und Almwegen zu den spannendsten Gravelrevieren der Alpen zählt, nehmen wir es gleich als Bühne.
Realistisch starten: Fitness kommt vor Ambition
Seien wir ehrlich: Außer du hast den Winter mit Langlaufen oder Skitouren verbracht, ist deine Grundfitness wahrscheinlich noch nicht auf Hochtouren. Das ist völlig normal – und kein Grund zur Sorge. Starte langsam, wähle kurze Touren und steigere dich Woche für Woche. Die Gastgeber und Expertinnen in den Südtiroler BikeHotels kennen die Region und beraten dich individuell: Sie holen dich genau dort ab, wo du gerade stehst – und nicht dort, wo du gerne wärst.
Gravel ist nicht MTB – und nicht Rennrad
Ein Gravelbike ist ein Rad für sich. Die Anforderungen an Streckenlänge, Steigung und vor allem Untergrund unterscheiden sich grundlegend von dem, was du vielleicht vom Mountainbiken oder vom Rennrad kennst. Südtirol bietet dabei eine einzigartige Vielfalt: von sanften Schotterstraßen durch die Weinberge des Etschtals bis zu anspruchsvollen Forststraßen. Wer das versteht, fährt entspannter – und smarter. Deine Gastgeberinnen und Gastgeber kennen genau diese Unterschiede und empfehlen dir Routen, die perfekt zu deinem Bike und deinem Niveau passen.
Der Hintern lügt nicht
Das ehrlichste Fitnessmessgerät brauchst du nicht extra kaufen: Es ist dein Sattel – beziehungsweise das, was drauf sitzt. Wenn du nach zwei Stunden im Sattel noch halbwegs bequem sitzt, bist du bereit für längere Runden. Bis dahin: kürzer fahren, dafür intensiver genießen. Mehr Zeit für einen ausgedehnten Aperitivo mit Südtiroler Wein, eine Runde Wellness oder das konsequente Nixtun mit Blick auf die Dolomiten – auch das gehört zum perfekten Gravel-Urlaub dazu.
Kurventechnik: Gravel-Grip kennenlernen
Du kommst vom Mountainbiken und bist jetzt auf Gravel umgestiegen? Dann aufgepasst: Gravelreifen bieten zwar deutlich mehr Grip als ein schmaler Rennradreifen, aber bei Weitem nicht so viel Haftung wie ein breiter MTB-Pneu – schon allein, weil du mit höherem Luftdruck unterwegs bist. Das macht sich vor allem in Kurven und auf losem Untergrund bemerkbar – und davon gibt es in Südtirol reichlich, von feinem Kiesel bis zu grobem Schotter.
Die wichtigste Regel: Vor der Kurve bremsen, nicht in der Kurve. Eine saubere Kurventechnik ist das A und O beim Graveln. Wer sich da unsicher fühlt, dem empfehlen wir ein Fahrtechniktraining zu Beginn der Saison – viele BikeHotels in Südtirol bieten genau das an oder vermitteln entsprechende Guides. Das bringt das Muskelgedächtnis auf Vordermann, gibt Sicherheit und macht schlicht mehr Spaß.
Wenn der Frühling bremst: gefrorener Boden auf Forststraßen
Du trittst und trittst – und kommst trotzdem kaum vorwärts? Keine Sorge, das liegt nicht an deiner Kondition. Im Frühling taut der Boden in schattigen Wald- und Forstbereichen nur sehr langsam auf – in Südtirol gilt das besonders für höher gelegene Forststraßen etwa im Vinschgau, Pustertal oder im Meraner Land, wo der Frost noch lange im Boden steckt. Was oberflächlich schon trocken wirkt, ist darunter noch gefroren oder matschig-weich. Das Vorwärtskommen kostet enorm viel Kraft.
Der Trost: Deine Beine werden dabei unglaublich stark. Und die Gastgeberinnen und Gastgeber in den BikeHotels wissen übrigens genau, welche Forststraßen im Frühjahr problematisch sind – einfach vorher fragen, dann sparst du dir die eine oder andere unfreiwillige Schiebeeinlage.
Ab in den Sattel – Südtirol wartet
Der Frühling in Südtirol ist eine der schönsten Jahreszeiten zum Graven: Die Luft ist frisch, die Hänge blühen – und die Straßen und Forstwege gehören noch fast dir allein. Mit den richtigen Erwartungen, etwas Geduld beim Einstieg und einem BikeHotel als Basis, das dich kennt und begleitet, wird aus dem Saisonstart schnell das Highlight des Jahres.