Ein BikeHotelier im Portrait: Markus vom Hotel Pider
Ein Gespräch mit Markus Rubatscher vom Hotel Pider in Wengen über Pässe, Pausen und warum er seit den Anfängen Bikehotel ist.
Markus, warum bist du eigentlich Bikehotel?
Der Grund ist denkbar einfach: Ich bin selbst Radfahrer. Ich weiß aus eigener Erfahrung, was man nach einer langen Tour braucht – einen sicheren Platz fürs Bike, jemanden, der die Strecken wirklich kennt, und vor allem keinen, der einen komisch anschaut, wenn man verschwitzt zum Abendessen kommt. Das war für mich nie eine Frage des Konzepts, sondern eine Frage der Haltung.
Und das schon seit einer Weile, oder?
Seit 1998 – also tatsächlich schon eine ganze Weile. Was mich bis heute besonders freut: Es gibt Gäste aus den allerersten Jahren, die immer wieder den Weg zu uns finden. Nicht unbedingt jede Saison, aber sie kommen zurück. Das bedeutet mir ehrlich gesagt mehr als jede Auszeichnung.
Was unterscheidet euch von anderen Bikehotels?
Wir sind ein Familienbetrieb – und das spürt man. Wenn du eine Frage zur Tour hast, redest du mit jemandem, der die Gegend kennt, weil er dort selbst gefahren ist. Nicht weil er im Prospekt nachgeschlagen hat. Ob das ich bin oder jemand aus meiner Familie – du hast immer einen direkten Ansprechpartner, dem du vertrauen kannst.
Warum ist Wengen so ein guter Ausgangsort fürs Radfahren?
Von hier aus hast du 360 Grad Möglichkeiten. Die großen Pässe – Grödner Joch, Campolongo, Falzarego – liegen quasi vor der Haustür. Und gleichzeitig ist das Tal eine Sackgasse, im besten Sinne: Einmal hier angekommen, ist man wirklich angekommen. Es ist ruhig, überschaubar, und du kannst dich voll aufs Fahren konzentrieren.
Was fährst du selbst am liebsten?
In den ruhigeren Monaten greife ich gerne zum Rennrad – lange Touren, über hundert Kilometer, einfach mal die Beine laufen lassen und den Kopf frei kriegen. In der Hochsaison wechsle ich auf das MTB. Da geht es mir weniger ums Kilometer-Abarbeiten, sondern darum, die Landschaft wirklich zu genießen.
Stell dir vor: freier Tag, Sonnenschein. Welche Tour machst du?
Mit dem Rennrad fahre ich auf den Passo Giau – der ist einfach unschlagbar. Mit dem MTB mache ich die Heilig-Kreuz-Runde und schließe über den 15B Trail ab. Und wenn ich das E-MTB nehme, dann richtig: Wengen, rüber nach Fanes, über den Posporcora-Pass, runter zum Falzarego und zurück nach Wengen. Ein langer Tag – aber ein richtig guter.
Zum Schluss noch ein schneller Fragen-Hagel:
- Espresso oder Cappuccino? Espresso, ohne Zucker – oder eigentlich auch gerne Tee.
- Hardtail oder Gravelbike? Hardtail.
- Kaiserschmarrn oder Hirtenmaccheroni? Die Hirtenmaccheroni gewinnen.
- Furkelpass oder Würzjoch? Furkelpass.
- Kuchenpause oder durchfahren? Immer eine Pause. Immer.
- Sellaronda im August? Mit MTB oder E-MTB sehr gerne, auch mit dem Rennrad – aber wir meiden die Stoßzeiten.
- Solo oder Gruppe? Lieber in der Gruppe. Zusammen macht es einfach mehr Spaß.